Praxisvideo

Warum geht man eigentlich zum Kieferorthopäden?

In einem Interview mit Dr. Köneke gehen wir der Frage auf den Grund, warum man zum Kieferorthopäden geht und was dieser eigentlich macht. 

Die Text-Version des Interviews können Sie unter dem Video nachlesen.

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Heute sind wir zu Gast bei Dr. Köneke in Kiel, der ist Kieferorthopäde. Ein Kieferorthopäde ist auch eine Art Zahnarzt, nur - der bohrt nicht und Zähne ziehen tut der auch nicht.

Tja, was macht der dann eigentlich - und wozu braucht man den?

Fragen wir ihn doch einfach, bestimmt kann er uns das erklären.

Frage: Also, Herr Dr. Köneke, warum geht man eigentlich zum Kieferorthopäden?

Antwort von Dr. Köneke: „Warum geht man überhaupt zum Kieferorthopäden? Manche Kinder, oder die meisten, werden eigentlich von ihren Eltern geschickt, oder vom Zahnarzt, weil auffällt, dass Zähne schief stehen und der Wunsch danach vorhanden ist, das zu korrigieren.“

Patientin: „Also ganz am Anfang waren meine Schneidezähne so gestellt (deutet Fehlstellung an), es waren ziemlich große Lücken. Und jetzt sind meine Zähne relativ perfekt, außer dass sie ein bisschen groß sind.“

Sieht doch toll aus!

Frage: Nun sieht man bei ihr ja gar keine Zahnspange. Wie kommt das denn?

Antwort von Dr. Köneke: „Die Zahnspange ist ja nur Mittel zum Zweck. Viele Kinder finden es cool, eine Zahnspange auf den Zähnen zu haben. Andere Kinder finden es ebenso uncool, eine Zahnspange auf den Zähnen zu haben, d.h. also dafür haben wir die Zahnspange auf der Innenseite der Zähne. Auch für Erwachsene ist das ein wunderbares Mittel, um seine Zahnspange zu verstecken und eine Zahnkorrektur zu bekommen, ohne dass jeder es gleich sieht, dass man eine Zahnspange auf den Zähnen trägt.“

Frage: Macht der Kieferorthopäde die Zähne nur wieder schön und gerade, oder steckt da noch mehr dahinter?

Antwort von Dr. Köneke: „Das ist allerdings nicht nur ein ästhetisches Problem, oder in den meisten Fällen ist es nicht nur ein ästhetisches Problem, sondern das ästhetische Problem kommt nach dem funktionellen Problem. Das heißt also, in Wirklichkeit ist erst das funktionelle Problem da und dann kommt das ästhetische Problem hinzu.“

Frage: Ahja. Aber was heißt denn funktionell und was versteht man unter Funktion?

Antwort von Dr. Köneke: „Funktion bedeutet, dass die Zähne miteinander zusammenarbeiten, dass die Zähne und Kiefer miteinander zusammenarbeiten und dass die Zähne und Kiefer und die Muskulatur miteinander zusammenarbeiten, denn das alles ist zusammen in einem System verankert.“

Frage: Wenn nun die Eltern oder der Zahnarzt bemerken, dass die Zähne nicht dastehen, wo sie hingehören, ab wann sollte man zum Kieferorthopäden gehen?

Antwort von Dr. Köneke: „Da gibt es ganz, ganz verschiedene Empfehlungen. Häufig hört man im späten Wechselgebiss, also in der Pubertät, wenn die bleibenden Zähne alle kommen. Das ist oftmals viel zu spät, weil funktionelle Abweichungen Zahnfehlstellungen verursachen. Und funktionelle Abweichungen bestehen auch schon bei Kleinkindern, die verwachsen sich nicht, sondern die muss man korrigieren. 

Da muss man eingreifen und da kann man auch eingreifen. Bei Kleinkindern, mit ganz kleinen Mitteln nur in ganz kurzer Behandlungszeit eine Hilfestellung geben, um in das richtige Wachstum zu kommen. Deis heißt also, da sind wir oft mit nur einem Jahr Behandlungszeit dabei. Während wir bei Eltern, Kindern und Jugendlichen oft mit zwei Jahren fester Zahnspange, manchmal auch drei Jahren und dann noch Stabilisierungsgeräten arbeiten müssen. Also: es wird bedeutend umfangreicher wenn man später beginnt mit der Behandlung. Im Gegensatz dazu, wenn man mit vier bis sechs Jahren beginnt, kann man es sehr viel spielerischer tun und die Kinder haben es mit sieben Jahren schon wieder vergessen.“

Frage: Ja, hm und wenn ich jetzt schon Erwachsen bin? Was mache ich denn dann, wenn meine Zähne schief sind?

Antwort von Dr. Köneke: „Es ist ja so: nicht jeder geht in seiner Jugend, oder kann in seiner Jugend zum Kieferorthopäden gehen. Viele registrieren erst im Erwachsenenalter, dass irgendetwas nicht so ist, wie es sein soll und die können natürlich nicht mit vier oder sechs Jahren in Behandlung kommen.“

Frage: Na, ich kann doch keine Zahnspange tragen, wenn ich voll im Beruf stehe. Wie sieht das denn aus?!

Antwort von Dr. Köneke: „Wenn Patienten weder auf der Außenseite der Zähne eine Zahnspange tragen wollen, noch auf der Innenseite, dann haben wir oftmals die Möglichkeit, mit solchen durchsichtigen Schienen zu arbeiten, die auf den Zähnen draufsitzen und so aufgebracht werden, wie das hier, die wird einfach in den Mund hier draufgesetzt und bewegt die Zähne dann in die Zielrichtung. Das geht nicht bei allen Patienten, das geht nicht für alle Fälle, für alle Zahnfehlstellungen, aber es geht für sehr viele Zahnfehlstellungen und dann kann man mit solchen Schienen sehr gut Zähne korrigieren.“

Die unsichtbare Zahnspange also. Super Idee eigentlich.

So, nun haben wir Herrn Dr. Köneke aber genug aufgehalten. Es warten noch einige Patienten auf ihn heute. Aber bevor wir tschüss sagen, dürfen wir noch einen Blick in das Labor werfen, wo gerade eine Zahnspange hergestellt wird. Das sehen wir uns natürlich noch an.

Die Klammern wurden am Gipsmodell vorher fixiert. Und dann wird mit einem farbigen Kunststoff die Spangenplatte bestreut. Wenn das dann fest ist, sieht das so aus. Die Ente hat sich die kleine Patientin übrigens selbst ausgesucht.

Okay, heute haben wir erfahren, wieso es den Kieferorthopäden gibt und was der so macht. Wir bedanken uns beim Praxisteam von Dr. Köneke in Kiel und sagen "Tschüss, bis zum nächsten Mal!"

 

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